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Gemeindeverwaltung

Entsorgen Sie keine Fremdstoffe im Klo

Fünf bis zehn Mal pro Jahr mussten Mitarbeitende der Kläranlage – manchmal mitten in der Nacht – ausrücken, weil eine Pumpe verstopft war. Eine Sensibilisierungskampagne vor zwei Jahren brachte rasche Besserung.

Verstopfte Pumpen führten früher oft zu Notfalleinsätzen.

Furchteinflössende Monster mit hässlichen Hauern, schleimigen Körpern und wild abstehenden Haaren schauten mit wirrem Blick von den Plakatwänden auf Stäfas Gemeindegebiet. Durch eine Kampagne bekam das Problem, mit dem die ARA-Mitarbeitenden seit Jahren gekämpft hatten, endlich ein Gesicht: Zusammengesetzt aus Tampons, Wattestäbchen, Essensresten und Feuchttüchern sorgten die Monster in der Kanalisation für verstopften Pumpen und Rechen. Die Plakate und Sticker sollten die Bevölkerung darauf aufmerksam machen, dass nichts ausser Fäkalien und Klopapier ins Abwasser gehört.

«Wir waren selbst erstaunt über den Erfolg der Kampagne», sagt Robert Matanovic, Gruppenleiter der Fachbereichs Abwasseranlagen. Ein Jahr nachdem die Kampagne gestartet war, blieb in den Rechen deutlich weniger Abfall hängen: in Stäfa reduzierte sich der Abfall um 12 Prozent, in Uerikon sogar um 24 Prozent. Es gingen deutlich weniger Container zur Verbrennung und vor allem: «In den letzten zwei Jahre, hatten wir nur noch zwei Piketteinsätze wegen verstopfter Pumpen.» Im Vergleich: Davor waren fünf bis zehn Einsätze pro Jahr üblich.

Bevölkerung dankbar

Doch nicht nur beim ARA-Personal kam die Kampagne gut an. Auch aus der Bevölkerung kamen positive Rückmeldungen. «Wir hatten sogar Anrufe von Stäfnerinnen und Stäfnern, die sich für die Informationen bedankten, weil sie nicht genau Bescheid gewusst hatten.» Am weitesten verbreitet ist die irrtümliche Annahme, Feuchttücher dürften in die Toilette geworfen werden, weil auf den Packungen steht, sie seien biologisch abbaubar. «Doch sie sind reissfest, verklumpen und blockieren das Pumprad», erklärt Robert Matanovic.

Ein weiteres grosses Problem sei Öl. Statt es an der mobilen Sammelstelle oder im Töbeli abzugeben, leeren es manche Menschen in den Abfluss. Es setzt sich auf den Rechen ab, wodurch diese dicht werden. Hier sieht der Fachmann vor allem Restaurants und Imbissbuden in der Verantwortung. Deshalb werde die nächste Massnahme eine Kontaktaufnahme mit den Gastronomen sein. Nicht zuletzt sei Bohrschlamm ein Problem. Zwar würde er auf den meisten Baustellen korrekt entsorgt, aber eine einzige reiche, um Schaden anzurichten: «Der Schlamm setzt sich auf dem Belüfter ab und macht alles dicht.»

Strom und Wasser sparen

Robert Matanovic ist zuversichtlich, dass weitere Sensibilisierungsmassnahmen die Abwasseranlagen noch mehr entlasten. Eine sauber funktionierende Anlage ist nicht nur deshalb ökologischer, weil weniger Fremdstoffe herausgefiltert und entsorgt werden müssen: «Wenn die Pumpe mehr und mehr verstopft, verbraucht sie mehr Strom, weil sie die Leistung hochfährt», so der Leiter der Kläranlage. Ist viel Fett im Abwasser vorhanden, braucht es für die Reinigung auch mehr Heisswasser.

Der Leiter der Abwasseranlagen lädt ein, sich die Anlage anzuschauen. Schulen, Unternehmen aber auch private Gruppen bekommen auf Anmeldung eine Führung durch die Anlage.

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